Die Pottkieker
Keramik zur Adventszeit: Töpferwaren als Weihnachtsgeschenk
Die Adventszeit hat ihren ganz eigenen Zauber – die Tage werden kürzer und es wird in den Haushalten Mader und Stock immer häufiger darüber philosophiert, wo man jetzt die groben Kokosraspeln für die entsprechenden Makronen herbekommt, wie viel Eier mehr man für die Zimtsterne braucht und wer eigentlich wie viel wovon essen darf. Bei der Gelegenheit könnte man glatt noch einmal klären, wie hoch die Strafen auf Mundraub stehen, aber das würde zu weit weg vom Thema führen. Denn das ist ja eigentlich Adventskeramik und Töpferwaren als Weihnachtsgeschenk. Und sie verheißen etwas, was zumindest wir wirklich genießen, wenn es zwischenzeitlich beim Backen hoch hergegangen ist: Einen Kaffee, Tee oder Glühwein – und einen Moment der Ruhe und Besinnlichkeit. Oder wie einer von Joanas Opas sagte … 21, 22, 23 … und erst dann hoch die Tassen.
Handgefertigte Keramik für Winter und Advent – praktisch, dekorativ oder beides?
Die Advents- und Winterzeit bietet sich perfekt dafür an, das eigene Zuhause mit handgefertigter Keramik zu verschönern und sich dabei gleichzeitig einen Keks (oder doch lieber ein Plätzchen?) über den Mehrwert von funktionalen Alltagsgegenständen zu freuen. Also einmal Hand hoch, wer sie nicht kennt – die Adventskranzplatten und/oder -schalen, auf denen vier Teelicht- oder Kerzenhalter Platz finden und die eine beliebte, weil langlebige Alternative zum Kranz aus Tannenzweigen darstellen.
Bevor aber überhaupt etwas in Plätzchenform auf einen Adventsteller kommen kann, muss es ja erst einmal gebacken und zuweilen auch aufbewahrt werden. Das funktioniert dank luftdichter Plätzchendosen ziemlich gut. Viele Töpfereien bieten natürlich die klassischen Stern-, Schneemann- und Schneeflockenmotive an; es sind aber selbstverständlich oft auch personalisierte Varianten mit handgemalten Mustern oder Monogrammen erhältlich, die sich perfekt als individuelles Geschenk eignen.
Außerdem haben jetzt ofenfeste Backformen oder Brotformen aus Keramik Hochsaison – in ihnen finden nämlich Bratäpfel, Kuchen und herzhafte Aufläufe ein Zuhause. (Apropos herzhafte Aufläufe: Weiß eigentlich jemand, was aus der Kürbissuppenidee geworden und ob noch was vom Kürbis da ist? Den könnte man doch auch nochmal in ein Ofengemüse verwandeln, das man zu knusprigem Halloumi und Baguette reicht … )
Ohnehin dürfen natürlich auch
- dickwandige Tassen für heiße Schokolade,
- stilvolle Teekannen mit Sieb und
- Krüge für Punsch oder andere winterliche Getränke
nicht fehlen.
Profitipp, aus eigener, im wahrsten Sinne des Wortes ganz heißer Erfahrung: Becher ohne Griff sollten sich beim Anfassen als nicht so heiß erweisen, als kämen sie direkt aus der Töpferei der Hölle. Ansonsten muss man nämlich wie Frau Mader seinen weißen Glühwein dann trinken, wenn man den Becher anfassen kann. Und dann ist der Glühwein temperaturmäßig wieder eine Stufe über dem Eiswein. Ein Henkel hat jedoch auch schon so manches Problem gelöst.
Und was ist mit einem Dessert?
Der Hauptgang steht auf dem Tisch, das Getränk befindet sich in seinem Behältnis ebenfalls wohl – doch den Dessertmagen verlangt es ebenfalls nach einer Kleinigkeit. Der perfekte Moment für den Auftritt von Schälchen und Serviergefäßen für Desserts, Nüsse oder anderen Knabberkram. Auf diese Weise verbinden sich in handgefertigter Adventskeramik Funktion und Ästhetik. Und wer noch ein wenig mehr für die Atmosphäre tun will, darf natürlich auch noch die eine oder andere Vase oder ein anderes weihnachtliches Deko-Objekt aus Steinzeug, Steingut oder Porzellan aufstellen. Also von wegen blau machen?
Kermamikfarben, die den Winter verzaubern
Ja, vieles ist Geschmackssache und so lässt sich auch über die Farbwahl bei Keramik trefflich streiten – vielleicht ist das ja auch einmal ein ganz neuer Diskussionspunkt für die Feiertage? Bevor wir aber hier ein allzu großes Verwandtschaftsdebattenfass eröffnen, halten wir einfach einmal fest, dass viele Menschen sich in Herbst und Winter besonders für warme, erdige Töne wie Braun, Terrakotta oder Sand begeistern, weil sie ein rustikales, handwerkliches Flair vermitteln. Gern auch kombiniert mit Weiß oder Creme, die Kerzenlicht gut reflektieren und der winterlichen Dekoration eine gewisse Klarheit und Frische verleihen. Sozusagen das Schneeflocken-i-Tüpfelchen.
Ebenfalls beliebt sind Rottöne wie Bordeaux, die farbig-festliche Akzente setzen – andere dunkle Farben wie Blau, Grün oder Anthrazit hingegen sorgen eher für Ruhe und Tiefe. Und wer es gern etwas leichter und verspielter mag, kann ja auch einmal Pastelltöne wie Rosé, Mint oder Hellblau ausprobieren, da sie sich auch leicht und harmonisch mit Weiß, Holz oder Naturmaterialien kombinieren lassen. Aber letztlich hat da naturgemäß jeder von uns seine Lieblinge (auch die Töpfersleute selbst) – also ab ans Telefon oder an den Internetzugang oder auf den Markt gegangen und nach den konkreten Signature-Farben (wie es inzwischen so schön heißt) für die Winterkollektionen gefragt.
Wir persönlich finden es ja sehr verlockend, wenn sich an Weihnachten Zitronenrisotto, knusprig gebratener Fisch, Zitronenscheiben und ein kleiner italienischer Salat auf einem dunkelblauen Teller ein Stelldichein geben. Und jetzt müssen wir noch die Frge klären, wo denn eigentlich der Teller herkommt ...
Gewusst wo: Der Krüglmarkt als Plattform für Töpferkontakte
Freilich darf jeder dort auf Teller-, Schalen- und Backformjagd gehen, wo es ihm beliebt – und wer ohne jegliche industriell gefertigte Keramik lebt, der werfe die erste Scherbe. Wir sind es dann ganz bestimmt nicht. Diese Thematik wäre aber sicherlich auch etwas für einen advent- und weihnachtlichen Glaubenskrieg. Wir verschieben sie aus Zeit- und Platzgründen erst einmal in einen anderen Blogbeitrag.
Was wir aber gern festhalten: Weil der Amberger Krüglmarkt inzwischen auch im World Wide Web ein freies Plätzchen für sich entdeckt hat, können wir Keramikliebhaberinnen und -liebhabern jetzt auch einen leichteren Direktkontakt zu den Ausstellerinnen und Ausstellern ermöglichen.
Ein Blick in die Ausstellerlisten (wir zeigen immer die des aktuellen und die des folgenden Jahres) genügt meist schon, um an die wichtigsten diesbezüglichen Daten zu gelangen. Zwar nehmen manche Töpfereien aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten leider nicht mehr am Markt teil, einige lassen sich jedoch über die Freunde des Krüglmarkts finden. Und wenn alle Stricke reißen, geht’s zuweilen auch per Mail an uns – dann idealerweise mit einem Foto der (erneut) gesuchten Keramik.
Aber Achtung: In den letzten Monaten des Jahres tobt bei vielen Kunsthandwerkerinnen und -handwerkern der Nachfragen-Wahnsinn. Wer also noch etwas Individuelles bestellen möchte, fängt am besten direkt damit an, sonst könnte es knapp werden. Doch auch dabei helfen individuelle Nachfragen. Also denn: Auf die Plätzchen, fertig, los!
